Freitag, 15. Juli 2011

Mark Charan Newton - The Book of Transformations

Hardcover, TOR, UK.
Dass ich mittlerweile ein Fan von Mark Charan Newton (Nights of Villjamur, City of Ruin) bin dürfte ja bekannt sein. Folglich war es für mich eine Freude den dritten Band seine Legends of the Red Sun Reihe zu lesen, und ihn jetzt hier vorzustellen, insbesondere da Newton es auch hier wieder schafft sein Niveau weiter zu steigen bzw. die Schwachstellen auszumerzen.

Inhaltlich steht hier wie in Nights....wieder die Haupt- und Residenzstadt Villjamur im Mittelpunkt, nach dem in City of Ruins der Schwerpunkt auf der Grenzstadt Viliren lag. Inhaltlich führt The Book of Transformations wieder zurück auf die Probleme der großen Skala: Politik, die Eiszeit, die Flüchtlingsströme, also wie im Erstling der Reihe. Doch neue Probleme tauchen auf, und alte präzisieren sich. Eine anarchistische Bewegung, in der sich die Bewohner von Caveside, also die Armen, Hungrigen, Verlorenen, Vergessenen und Übersehenen sammeln, bedroht die Ordnung Villjamurs, oder zumindest dass was Emporer Urtica als gerechte Ordnung versteht.

Es ist schwer die Handlung zu beschreiben ohne zu viel zu verraten. Einer der Hauptcharaktere ist Lan, ein Transgender, deren Körper mittels Cultistentechnik zum richtigen biologischen Geschlecht transformiert wird. Sie wird einer der drei Rittern von Villjamur, durch Cultistentechnik "verbesserte" Menschen, quasi Superhelden, die auf Befehl von Urtica erschaffen wurden, um in der Stadt Recht und Ordnung zu repräsentieren. Newton aber, wie sich in der Wahl eines Transgenders ja bereits erahnen lässt, verpasst seiner Version des "Superhelden" eine recht eigene Note, von ehr plattem Marvel/DC-Heldentum kann nicht die Rede sein. Alte Bekannte wie Dartun, und die anderen Mitglieder des "Order of the Equinox", die gegen Ende des ersten Bandes verschwanden, und ebenso der Inquisitor Fulcrom (welcher bei der Rettung der Flüchtlinge behilflich war) tauchen auf, und sind jeweils Träger eines eigenen Erzählstranges.

Plotmässig schränkt sich Newton im Vergleich zu Nights.... sehr stark ein. Letzen Endes bewegt sich alles in drei Hauptplots, die teilweise bereits ab der Hälfte des Buches zusammenlaufen, was aber in diesem Falle wahrlich kein Nachteil ist, erhöht es doch die Dichte der Erzählung deutlich, und sorgt im letzten Drittel immer wieder für Überraschungen.Während Villjamur... einem Kriminalroman ähnelte, City... deutlich actionlastig , und von Krieg geprägt war, so schafft Newton in The Book of Transformations den Spagat zwischen charakterlastiger Erzählung  in der ersten Hälfte, und Action.in der Zweiten. Auch das Worldbuilding baut Newton weiter aus, insbesondere dem schon vielfältigen Bild der Stadt werden weitere, teilweise sehr seltsame Details hinzugefügt. Aber Newton wird ja nicht umsonst eine gewisse Nähe zum "New Weird" zugesprochen.
Sprachlich und stylistisch schwingt sich Newton hier in neue Höhen, das Buch hat im Vergleich zu seinen Vorgängern kaum noch Längen; Passagen die mancher gern überlesen würde. Charactere bleiben glaubwürdig, Dialoge flüssig und recht natürlich, Kampf, Action und Brutalität wirken weder staksig noch aufgeblasen.

Früher Entwurf.
Cover:
Bisher gibt es nur die englische Hardcoverausgabe, und dieses Cover finde ich durch und durch gelungen. Man kann meiner Meinung nach nur von Glück sprechen, dass der ursprüngliche Entwurf abgelehnt wurde. Ninjakapuzenmädchen gegen den Rest der Welt. Oder so....



Fazit:
Die Sprache, die Erzähltechnik, die Ausbalancierung von Klischées, neue & seltsame Ideen. Ich hätt es kaum für möglich gehalten, aber Mark Charan Newton hat sich in all diesen Punkten gegenüber City of Ruins noch einmal steigern können. Wenn er diese Niveau halten kann, dann darf man ihn schon jetzt als feste Größe bezeichnen. Sollte er sich beim letzen Band und Abschluss der Reihe noch einmal übertreffen (Titel & VÖ noch unbekannt), dann werde zumindest ich jeder Newtonschen Veröffentlichung mit noch mehr Vorfreude entgegenfiebern, als es jetzt schond er Fall ist.


Wertung: 8.5/10.

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