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Samstag, 16. Juli 2011

Game of Thrones / A Dance With Dragons - Zwischenbericht, Emmys, Verkaufszahlen...

Ich hielt das Buch ja bereits seit einigen Tagen in den Händen, kam aber erst jetzt zum Lesen. Mein Resumée nach den ersten hundert Seiten: Äusserst empfehlenswert. Auch wenn ich eine Ewigkeit brauchte um Wertheads Zusammenfassung der anderen Bände (siehe hier) durchzulesen und in meinem Kopf neu zu ordnen, so gelang der Anschluss problemlos. Den einen oder anderen Namen oder Ort musste ich nachschlagen, aber ansonsten kam ich kaum ins Grübeln.

  • A Dance With Dragons hat ausserdem den diesjährigen Rekord für das am Besten verkaufte Buch am Erscheinungstag hingelegt. (Quelle)
  • 170.000 gedruckte Ausgaben, sowie 110.000 eBooks wurden bisher (15.07.2011) verkauft. (Quelle)
  • Bzw. 298.000 in der Gesamtzahl (Papier, Digital, Audio; 14.07.2011) (Quelle)
  • Die HBO Serie Game of Thrones wurde für 13 Emmys nominiert, unter anderem für "Best Drama Series" und Peter Dinkelage (aka Tyrion) für "Supporting Actor in Drama Series" (Quelle)

Mittwoch, 6. Juli 2011

Acht Argumente für Fantasy & Phantastik

Die geschätzten Kollegen der Bibliotheka Phantastika haben einen wunderbaren Artikel angefertigt.
Er dreht sich um die allgemeine Missachtung die dem Genre in den Medien und von Seiten der Kritik entgegenschlägt. Natürlich gibt es viel Schund, und die "guten" Vertreter des Genres gehören nicht immer zu den Bestsellern, aber uns schlägt schons ehr oft eine ungerechte Behandlung entgegen.

Einige Punkte:
  • "Wenn wir auf die Geschichte des Erzählens zurückblicken, haben wir eigentlich fast immer phantastisches Erzählen vor Augen – von Gilgamesch über Homer bis Parzival und Shakespeare, Goethe und Wilde. Der Gedanke, plötzlich nur noch an der Realität orientiertes Erzählen als ‘zulässig’ und wertvoll zu erachten, ist relativ neu"
  •  Fantasy erlaubt, Probleme der realen Welt durchzuspielen, ohne exakt an die Nachzeichnung realer Umstände gebunden zu sein oder irgendjemandem aus ebendieser realen Welt mit Schuldzuweisungen etc. auf die Füße zu treten [..] Während die Technik einer Zukunfts- oder Rückprojektion oder einer Versetzung ins Reich der Fabel bei eindeutig dystopischen Werken relativ anerkannt ist (Brave New World oder Animal Farm), ist man bei “klassischer” Fantasy anscheinend weniger tolerant – oder weniger bereit, nach tieferen Themen zu suchen und Parallelen gelten zu lassen.
Absoluter Lesenswerter Artikel, zu jedem der acht Punkte sind übrigens auch immer Lesebeispiele angegegeben. 

    Donnerstag, 31. März 2011

    Pfeifen, Pfeifenkraut & Tabakgenuss: Herr der Ringe - Produkte

    Vom Pfeifenkraut

    Jedem der den Hobbit & den Herrn der Ringe gelesen hat dürfte die Affinität der Hobbits, Waldläufer & Zwerge zum Tabakrauchen bekannt sein. Während der Anteil der Hobbits an dem Lauf der Dinge, zumindest aus Sicht der offiziellen Geschichtsschreibung (d.h. der Elben), mit Ausnahme des Ringkrieges, ehr gering ausfällt, so ist das Tabakrauchen der nachhaltigste Beitrag den sie zur Kultur von Mittelerde geleistet haben. Sie bezeichnen es auch selber als "die einzige Kunst, von der wir behaupten können, dass wir sie erfunden haben". Diese Kunst war Tolkien, selbst ein passionierter Pfeifenraucher, in Analogie zur idealisierten pastoralen "englishness" des Auenlandes und seiner Bewohner, ein großes Anliegen. Insofern lässt sich vermuten, was für Tabake Tolkien bei der Erschaffung der Tabaksorten Mittelerdes wie zBsp. Langgrundblatt, Alter Tobi und Südstern vorschwebten: Die Tabake der englischen Richtung. Dies sind eben nicht jene Tabake die mit Aromen versetzt werden, die so "schön" nach Vanille, Honig und ähnlichem Süßwerk duften, sondern Tabake die ihren Geschmack durch sorgfältige Komposition, Fermentation, sowie das Räuchern erlangen, und geruchlich irgendwo zwischen Zigarre, Karawanserei und nassem Heuschober liegen ;-), aber wunderbar schmecken. Anscheinend kam lange Zeit niemand auf die Idee, von Tolkien inspirierte Tabake zu komponieren und abzumischen, selbst in der Merchandiseschwemme der nicht durchgehend gelungenen Verfilmung von Peter Jackson tauchten keine derartigen Tabake auf. Nun (unklar seit wann er sie im Programm hat) hat sich der US-amerikanische Internetshop für Herrenprodukte (sans Porn) JustForHim.com entschlossen eine Middle Earth Pipe Weed Serie auf zu setzen. Und anscheinend sind sie sehr gut gelungen, und eben nicht nur gezuckerte Rauchpappe. Leider sind sie in Deutschland nicht erhältlich, und der Zoll würde einen Import zum teuren Vergnügen machen. Ralligruftie, einer meiner Lieblingsyoutuber zum Thema Pfeife hat sich aber ein paar Proben sichern können. Und was er zu sagen hat (auch wenn er die Sünde begeht, die Filme anscheinend lieber zu mögen als die Bücher ;-) ) macht definitv Lust auf mehr:





    P.S: Während im Hobbit noch von Tabak die Rede ist, korrigiert Tolkien im Herrn der Ringe dies zu Pfeifenkraut (engl. pipeweed). Jene englische Bezeichnung wurde in der Verfilmung leider etwas zu wörtlich genommen, und man hat ehr den Eindruck dass hier Marihuana als Tabak konsumiert wird.


    Die Pfeifen

    Sowohl in den Büchern, als auch im Film wird immer wieder die entspannte und entspannende Aura des Pfeife rauchens beschworen, und  dementsprechend haben auch die Pfeifen (sofern beschrieben) eine ehr gemütliche Gestaltung. Also ehr geschwungen und langstielig, als klein und bullig,
    Im Nachhall der Filme erwarb die Nürnberger Pfeifenfabrik Vauen die Rechte zur Herstellung von vier offiziellen Tabakspfeifen: Aragorn, Bilbo, Gandalf & Gimli.  Diese Pfeifen sind allerdings kein billiger Merchandisetand, sondern hochwertige Pfeifen, die aber aufgrund der Lizenrechte & der aufwendigen Herstellung mit jeweils 210 EUR zu Buche schlagen. Für Pfeifen, die trotz alledem Serienpfeifen sind, ein mehr als stolzer Preis. Stilistisch zählen sie alle zur nicht genau einzugrenzenden Gruppe der "Lesepfeifen", genauer gesagt zu den Churchwardens , oder auch (von der Form her) zu den Tonpfeifen. Ralligruftie hat auch zu den Pfeifen ein Video gedreht.



    Für die Inhaber von schmäleren Geldbeuteln, gibt es eine wunderbare Alternative: Ein handgefertigte Pfeife von Peter Lehmann, Ralf hat hierzu auch ein Video angefertigt. Ich spare noch auf mein Exemplar, sobald ich sie in den Händen halte, werde ich sie hier vorstellen.

    Montag, 14. Februar 2011

    "Neue" Fantasy zu nihilistisch ?

    Ein Blogger/Kommentator namens "Leo Grin", hat einen nicht uninteressanten Artikel veröffentlicht. Nicht uninteressant deswegen, weil der Artikel einiges darüber aussagt, was für ihn "gute" Fantasy ausmacht, aber auch wie uninformiert er teilweise ist. Als Beispiele für "gute" Fantasy nennt er Tolkien und Robert E. Howard (Conan) , als Gegenbeispiele Joe Abercrombie und Erik Stevenson. Zusammengefasst:
    • Er spricht von "Seifenopernplots" bei den modernen Fantasyautoren.
    • In ihrem Versuch mehr Bewegung in das Genre zu bringen, exerzieren sie "moderne Blasphemien, die gegen unser mythisches Erbe gerichtet sind."
    • Er vergleicht Abercrombie's First Law Trilogy mit einem Herr der Ringe in dem am Ende die Hobbits an Krebs sterben, Aragorn sich als alberner und unfähiger König entpuppt, und Gandalf's großer Plan aufgeht, und er sich zum neuen dunkeln Lord aufschwingt.
    • In dem sie die Bausteine und Bilder unserer lieb gewonnenen modernen Mythen beschmutzen, tun sie in seinem Vergleich quasi nichts anderes wie Künstler die Kruzifixe mit Urin, Kot oder Insekten besudeln.
    • Für ihn ersetzen sie Ehre mit Entwürdigung, Romantik mit Schmutz, Ruhm mit Niederlage und Hoffnung mit Verzweiflung.
    • Er vergleicht sie mit jungen Lümmeln, die ihre eigenen Fürze lustig finden.
    Er scheint die klassischen Heldengeschichten zu vermissen, mit Happy End Helden, die keine Schattenseiten oder Probleme haben. Leo Grinn erinnert mich ein bißchen an Leute, die behaupten dass früher alles besser war. Früher waren die Dinge vielleicht einfacher, aber nicht zwingend besser. Aber Fantasy ist nicht das gleiche wie "Märchen", und zumindest das von ihm angeführte Beispiel Tolkien entspricht eben auch nicht den Kriterien die er anlegt.
    Der von mir sehr geschätze Werthead , hat ein gute Antwort darauf verfasst:

    • Tolkiens Welt is purer Nihilismus, was insbesondere im Silmarilion deutlich wird. Die Welt befindet sich spätestens seit Melkor in einem chaotischen Niedergang.
    • Auch die Ringkriege haben ja letzten Endes kein Happy End. Das Schöne auf der Welt verschwindet nach Saurons Niedergang nur langsamer. 
    • Robert Howards Welt ist noch anarchischer und chaotischer. Das Schwert, nicht das Wort regiert.
    • Die älteren Sagen und Mythen die Tolkien und Howard in ihren Werken mit verarbeiten, bzw. sich implizit beziehen., können sich was Brutalität und Obszönität angeht, locker mit Abercrombie und Stevenson messen, ja sie übertreffen sie sogar.
    • Ein Punkt gibt es in dem Grin recht behält: Die Sprache ist härter, auch primitiver geworden. Fantasy für Erwachsene scheint teilweise gleichbedeutend zu sein mit Ficken, Metzeln und Fluchen.
    • Howards Stil lässt durchaus den Rückschluss zu, dass er sich härterer Sprache bedient hätte, wenn er gedurft hätte.
    Und im letzten Absatz bringt Werthead es auf den Punkt:

    Das Problem ist, dass der Verfasser sowohl Tolkien als auch Howard grundlegend missgedeutet hat. Die Zeit deren Verlust er beklagt, die Zeit der Fantasy mit heroischen Figuren ohne moralische Komplexität und Schattenseiten, hat es in Wirklichkeit nie gegeben.

    Montag, 17. Januar 2011

    Warum sollte man A Song of Ice & Fire (Ein Lied von Eis & Feuer) lesen?

    Hier eine wunderbare Antwort auf die Frage, die sich einige bei dem ganzen A Game of Thrones-Tschadschenga das derzeit herrscht, sicherlich stellen: "Warum sollte ich A Song of Ice & Fire lesen?"

    1) The fantasy elements are surprisingly minimal, particularly at first. Now, I can’t imagine that’s really a selling point for a guy like you, and I know that I don’t care about that one way or another either (except insofar as this is tied to one of the more unique aspects of Martin’s worldbuilding and historic/cultural constructions). I also have surprisingly little experience with post-Tolkien Medieval Europe-type high/epic fantasy series — basically zero, unless you count the Prydain Chronicles which you probably shouldn’t as they’re for kids — but I imagine the lack of overt magic or monsters or non-human creatures struck many readers immersed in your Robert Jordans and Mercedes Lackeys as refreshing. It’s also a big part of how HBO’s getting it over.
    2) Similarly, there’s cursing and graphic sex and violence. I hadn’t seen that in a high fantasy either, although like I said, I’m not well-read in the genre. And it’s not for shock’s sake, as I’ll sort of articulate in a later item.
    3) The structure of the narrative is highly addictive. Each chapter focuses on a particular character, whose name serves as that chapter’s title, and the characters rotate throughout the book(s). This has the effect of embroiling you in a particular character’s situation or storyline, then immediately popping you over into another’s, so that you find yourself racing through the chapters to get to the next one starring the person you’re interested in — and then getting interested in the ones you’re reading in the interim, and repeating the process over and over. It’s rather brilliant.
    4) Just in terms of sheer plot mechanics it’s engrossing stuff. There’s a dynastic struggle that encompasses a murder mystery, a conspiracy, shifting and secret alliances, political machinations — and then brewing underneath it all, two major external threats. You find yourself wanting to get to the bottom of it all, and how.
    5) I think Martin’s a pretty strong prose craftsman. There are a few groaners in there, especially in the first book, but let’s just say that my dayjob sees a lot of SF/F pass across my desk and some of it is embarrassingly badly written. Martin knows his way around the typewriter.
    6) Nearly all of the conflicts and problems arise from complicated and totally relatable human emotions and desires. Love of family, loyalty to one’s friends, the innate irrational dislike you can sometimes develop for a person, plain old greed and envy, guilt, the unintended consequences of well-intentioned actions…there’s very, very little “it is your DESTINY,” and that makes it easier to get inside the heads of “heroes” and “villains” alike.
    7) Big surprises, as shocking and powerful as any I’ve read or seen in any work of narrative fiction ever. You want to stay as spoiler-free as possible about these books, that’s all I’ll say. Like, if you start reading them, don’t even read the back-cover or inside-flap blurbs. (Seriously, DON’T.)
    8)  This is hard to articulate, but suffice it to say that having read all four currently existing volumes, I’m ENORMOUSLY impressed with the loooooong game Martin’s playing. I don’t want to say too much more, but when you’ve read enough to start getting a sense of where it may head in the final three volumes, it’s kind of stunning in scope.
    9) There’s basically nothing glorious whatsoever about violence as portrayed in these books. Most great fantasies don’t skimp on the emotional consequences of being enmeshed in these great struggles — the scouring of the Shire and Frodo’s departure are obviously the beating heart of The Lord of the Rings just for starters — but I don’t think I’ve ever read a heroic fiction that so relentlessly drives home how war and violence immiserate and degrade everyone who participates in them. There’s a haunting flashback in the first volume that in other hands would have been a depiction of some great and glorious last stand, but Martin imbues it so thoroughly with a sense of great sadness and loss and waste and terror. It’s beautiful and really humanistic. Now, I know Tom Spurgeon, who’s no dummy, STRONGLY disagrees with me on this — he thinks it’s Mark Millar’s Ultimate Lord of the Rings — but as he’ll also tell you, he’s in a very small minority on this.
    10) That said, when there is action and violence, it’s really strong and really heart-pounding. And when there is fantasy, it’s exciting and strange and awesome.
    Well, are you sold? Because in all seriousness, I recommend these books without hesitation or qualification, and have to readers ranging from my Destructor compadre Matt Wiegle to the fiftysomething mother of two grown children who works in the cubicle next to me, all of whom are basically over the moon for them.
    Da bleibt mir nichts hinzuzufügen !